Tag für pflegende und betreuende Angehörige

Tag für pflegende und betreuende Angehörige 848 366 Sarah Wyss

Während in der Schweiz heute der «Tag für pflegende und betreuende Angehörige» stattfindet, möchte der Basler Regierungsrat die Motion von Thomas Gander und mir für die «Verbesserung der Situation für pflegende Angehörige» exakt in dieser Woche abschreiben. Die Sozial-und Gesundheitskommission verschlechterte die BVG-Revision, worunter viele teilzeit-Angestellte leiden – oftmals Menschen (v.a. Frauen), welche auch Amgehörige pflegen und betreuen. Ein unglücklicher Zufall?

Die Betreuung und Pflege angehöriger Menschen ist eine wichtige Säule in unserer Gesellschaft und noch dazu ein riesiger Kraftakt. Jede 13. Person ab 16 Jahren übernimmt eine betreuende Funktion.[1] Betreut diese Person nun seine Grosseltern, seine Geschwister oder seine Eltern, es bringt immer eine physische, psychische und seelische Belastung mit sich. So selbstverständlich dieser Dienst auch sein mag, er verdient grössere Anerkennung und finanzielle Unterstützung. Denn vielen Menschen ist es gar nicht möglich, nahestehenden Menschen die nötige Pflege zu bieten und eine professionelle Pflegekraft liegt rein finanziell nicht drin. Andere können ihre Angehörige zwar pflegen, leiden aber unter den finanziellen Mehrkosten dieser Arbeit. Damit die pflegenden Angehörigen diese wichtige und oft auch sinnstiftende Aufgabe langfristig erfüllen können, wäre eine finanzielle Unterstützung mehr als wünschenswert.

Ob dies über eine Kostendeckung durch die Sozialversicherung oder über den Lohn der betroffenen Menschen geschieht, muss eruiert und entsprechend ausgehandelt werden. Klar ist: Mit Altersarmut aufgrund von der Pflege und Betreuung von Angehörigen muss endlich Schluss sein. Gerade hier zeigt sich für mich, wie eng Gesundheitspolitik mit der Gleichstellungspolitik verknüpft ist. Es gibt mir den Ansporn, auch in diesem Bereich auf nationaler Ebene vorwärts zu machen! Denn der politische Druck in diesem Bereich ist momentan nur mässig vorhanden oder fehlt sogar gänzlich. Dass gerade der Kanton Basel-Stadt diese Chance ziehen lässt, ist bedauerlich. Doch es gilt, den Blick nach vorne zu richten. Dafür ist der heutige Tag, der 30. Oktober, ein guter Moment, überhaupt ein Bewusstsein für die Problematik der pflegenden Angehörigen zu schaffen und anschliessend zielgerichtete Forderungen zu stellen. Ich bleibe dran!


[1] https://www.angehoerige-pflegen.ch/bezahlbare-betreuung