1. Mai 2021: Nur gemeinsam kommen wir weiter

1. Mai 2021: Nur gemeinsam kommen wir weiter 1080 1080 Sarah Wyss

1.Mai-Rede von mir, gehalten (es gilt das gesprochene Wort) am 1. Mai 2021 auf dem Messeplatz

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Schön heute hier zu sein! Gemeinsam mit euch! Und gemeinsam mit unserem Wegbegleiter: Der Maske zum Schutz von Menschenleben.

Schön stehen wir heute am Tag der Arbeit zusammen – zwar mit räumlicher nicht aber mit sozialer Distanz. Denn heute ist unser Tag! Der Tag der Arbeit.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt wie verletzlich unsere Gesellschaft ist. Alleine in der Schweiz sind hunderttausende Menschen an Corona erkrankt. 10’625 Menschen sind an den Folgen von Corona gestorben. Hunderte, wenn nicht Tausende leiden an Long-Covid. Hinzu kommen all die psychosozialen Folgen.

Nur gemeinsam können wir die Corona-Pandemie bekämpfen!

Tausende Gesundheitsfachpersonen laufen seit Monaten am Limit ihrer Kräfte. Tausende Menschen haben für sie geklatscht, ja sie seien systemrelevant. Doch gemeinsam klatschen reicht halt nicht. Und es reicht auch nicht, zum hundertsten Mal zu wiederholen, dass Gesundheitsfachpersonen systemrelevant sind. Was wir brauchen, sind bessere Arbeitsbedingungen und bessere Löhne. Nicht morgen, sondern gestern.

Nur gemeinsam können wir bessere Arbeitsbedingungen für das Gesundheitspersonal erreichen.

In der Krise wurde sehr deutlich, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufgeht.

Während Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz bangen, zahlen sich Aktionär*innen unanständige Dividenden aus, schreiben Gewinne und geben diese nicht an die Mitarbeitenden weiter. 10% sammeln 42% der Gesamteinkommens unter sich.

Und die Vermögen konzentrieren sich auf immer weniger Hände.  Erbschaften und Vermögenseinkommen sind die Hauptgründe dafür.  Noch immer werden die Dividenden nicht vollständig besteuert.

Auch die Immobilienbesitzer*innen beteiligen sich kaum an der Bewältigung der Krise, sondern schreiben weiterhin frischfröhlich Renditen und treiben die Mietkosten in die Höhe.

Das ist nicht akzeptabel. Es braucht Initiativen wie die 99%, welche beispielsweise die Vermögenssituation verändern will damit Lohnabhängige entlastet werden.

Nur gemeinsam können wir diese Ungerechtigkeit eliminieren.

Logisch, in der Politik haben wir alles getan, um die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Massnahmen abzufedern. So gut dies halt mit einem bürgerlichen Parlament geht.

 22.9 Milliarden zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben wir alleine als Bund gesprochen. Für Härtefallgelder, Unterstützungsgelder für Selbstständige, Kulturschaffende, Kitas, kostenloses Testmaterial und die Verlängerung der Kurzzeitarbeit. Und sogar – wenn auch nur ein bescheidener Sieg – die volle Kompensation während der Kurzarbeit für Tiefstlöhne wurde erreicht.

Nur gemeinsam können wir die wirtschaftlichen Folgen für die Menschen der Corona-Pandemie abfedern.

Doch dies sind nur kurzfristige Massnahmen! Kurzfristig notwendige und immens wichtige Massnahmen zwar. Aber langfristig müssen wir die Ungleichheit, welche in der Corona-Pandemie noch deutlicher wurde, beseitigen!

Es stehen Reformen in der Altersvorsorge an. Aktuell erhalten Frauen 37% weniger Geld aus der Altersvorsorge als Männer. Anstatt die Gender-Ungleichheiten in der Altersvorsorge zu reduzieren, sollen die Reformen wieder auf dem Buckel der Frauen ausgetragen werden. Und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr des Frauenstimmrechts! Inakzeptabel!

Nur gemeinsam können wir uns gegen Reformen auf dem Buckel der Frauen wehren!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Nur gemeinsam können wir diese Krise meistern! Nur gemeinsam können wir uns wehren gegen bürgerliche Reformen auf dem Buckel der Frauen und Schwächsten. Und nur gemeinsam können wir unsere Ideen zur Realität werden lassen!

So können wir am 13. Juni kantonal einen Mindestlohn einführen. 23 Franken pro Stunde! Das absolute Minimum. Es darf nicht sein, dass man von seinem Lohn nicht leben kann – egal welche Arbeit man verrichtet. Und das können wir ändern.

Doch wir können das nur gemeinsam tun! Stimmen wir JA am 13. Juni.

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Setzen wir uns weiter für eine Welt ein, in der es sich für alle lohnt zu leben. Setzen wir uns gemeinsam dafür ein. Ich wünsche euch allen einen kämpferischen ersten Mai. Danke.