Weltgesundheitstag 2021: «Armut macht krank» und «Krankheit macht arm»

Weltgesundheitstag 2021: «Armut macht krank» und «Krankheit macht arm» 1080 1080 Sarah Wyss

 

Heute ist der 7. April. Heute ist Weltgesundheitstag.

In diesem speziellen Jahr – einmal mehr ein Corona-Jahr – hat die WHO diesen unter das Thema «Gesundheitliche Chancengleichheit» gesetzt. Ein gut gewähltes Thema. Denn die Corona-Krise legt nicht nur die sozioökonomischen Differenzen offen, sondern zeigt auch die Unterschiede in der gesundheitlichen Versorgung.  

Es gibt zahlreiche Faktoren, welche die Gesundheit des Individuums beeinflussen. Unter anderem können Lebensübergänge ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Deshalb ist es wichtig, dass gerade diese Transformationsphasen (beispielsweise der Übergang von der Berufsausbildung zum Arbeitsmarkt oder der Übergang vom Erwerbsleben in den dritten oder vierten Lebensabschnitt) mit Vorsicht angegangen werden.

«23% der Bevölkerung berichten über psychische Probleme. Mit rund 1.5 Millionen Betroffenen sind insbesondere Angststörungen und Depressionen weit verbreitet. Unterstützende soziale Kontakte, ein guter Bildungsstand und ausreichende finanzielle Ressourcen sind wichtige Schutzfaktoren, welche psychische Belastungen vorbeugen können.» (Quelle: BAG, 2018)

Doch was kann die Politik hier tun? So einiges. Denn unser tägliches politisches Handeln beeinflusst auch den Gesundheitszustand. Und dem müssen wir uns bewusst sein. Diverse  Studien belegen klar, dass der Gesundheitszustand (psychisch und somatisch) vom Bildungsstand abhängig ist – deshalb ist es zentral, dass wir allen Menschen bereits in jungen Jahren einen Bildungsrucksack mit ins Leben geben. Frühförderung, Chancengleichheit in der Bildung und eine solide Erstausbildung sind Ansatzpunkte, auf welche noch vermehrt der Fokus gelegt werden muss. Ebenfalls ist der sozioökonomische Status – also auch das Einkommen – ein Einflussfaktor des Gesundheitszustandes. Deshalb ist es zentral, dass die Einkommensschere nicht weiter auseinander geht. Zudem ist der Mindestlohn ein wichtiger Ansatz. Am 17. Juni hat die Basler Stimmbevölkerung die Möglichkeit hier einen Meilenstein zu setzen und JA zu einem kantonalen Mindestlohn zu sagen.

In der Politik haben wir die Aufgabe, der Gesellschaft und den Menschen einen Rucksack mit auf den Weg zu geben, welcher es ermöglicht ein selbstbestimmtes und würdiges Leben zu führen. Dies dient schlussendlich auch der Gesundheit und somit dem Portemonnaie von uns allen!

Und werfen wir noch zuletzt einen Blick auf die internationale Gesundheitspolitik. Die Corona-Krise und die Debatte (und Schlappe) rund um die Impfthematik legt offen, dass wir in einer Pandemiebekämpfung nicht nur die Kantonsgrenzen überwinden müssen, sondern auch die Landesgrenzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich die Schweiz auch an der internationalen Impfverteilung beteiligt.

Nun wünsche ich Ihnen einen gesunden Weltgesundheitstag! Bleiben Sie gesund!