Impfstoffverteilung in der Schweiz und andere Desaster

Impfstoffverteilung in der Schweiz und andere Desaster 580 326 Sarah Wyss

Der Bundesrat hat am 14. Dezember 2020 die Impfstrategie veröffentlicht. Diese sieht vor, dass bei begrenzter Impfstoffverfügbarkeit Zielgruppen prioritär geimpft werden sollen. In diesem Szenario befinden wir uns aktuell. Und so schnell wird dies nicht vorrübergehen.

Diese Impfungen haben in den Kantonen bereits begonnen.

Die Verteilung der prioritär zu impfenden Personen über die Kantone ist sehr unterschiedlich. So liegt der Anteil an über65-jährigen Personen schweizweit bei 18.5%, in Basel-Stadt bei 19.9%. Beim Anteil von über 80-Jährigen sind die Unterschiede noch deutlicher: Der CH-Durchschnitt liegt hier bei 4.7%, Basel-Stadt hat einen Anteil von 6.1%. Nur der Kanton Tessin liegt mit 6.3% höher. Auch gibt es grosse Unterschiede der Dichte an Gesundheitspersonal in einem Kanton (zweite Priorisierung der zu impfenden Personengruppe).

Die Impfdosen werden national bezogen und danach auf die Kantone verteilt. Die Verteilung erfolgt bis dato nach Bevölkerungsanzahl. Es gibt derzeit eine knappe Impfstoffverfügbarkeit und derzeit ist eine unbeschränkte Verfügbarkeit nicht absehbar. Konkret bedeutet dies, dass voraussichtlich noch länger nach Impfstrategie vorgegangen werden muss.

Mit der heutigen Verteilung der Impfstoffe nach Bevölkerungszahl entspricht die Verteilung weder der Impfstrategie des Bundes, noch ist sie fair. Dafür wäre eine Verteilung der Impfstoffe unter Berücksichtigung der Prioritätenordnung der Impfstrategie notwendig – konkret eine Rücksichtnahme auf die Altersstruktur der Kantone, in einem zweiten Schritt auch auf den Anteil an Gesundheitspersonals in einem Kanton.

Ich fordere von Bund und Kantonen, dass sie sich über die Verteilung nochmals unterhalten und diese nach der Impfstrategie richten!

Ich kann es aber auch nicht unterlassen den Bund in seiner Impfbeschaffung zu kritisieren (rückblickend). Mehr hätte er investieren müssen, mehr Impfdosen sichern sollen! Jetzt kann es nicht mehr geändert werden – hier wurden aber grosse Fehler gemacht! Tempi passati…